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Mittwoch, 9. August 2017

Mit der richtigen/optimalen Zuschlagsformel, Gewichtung und Notenskala zum wirtschaftlichsten Angebot

Die Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebots erfolgt auf der Grundlage des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Dies kann als die Angemessenheit eines Preises oder der Kosten im Vergleich zur Leistungsstärke des Angebots interpretiert werden und beantwortet die Frage, welches Mehr an Leistung welches Mehr an Preis rechtfertigt.



Der Begriff  Preis-Leistungs-Verhältnis muss sich dabei nicht nur auf Formeln beschränken, die einen Quotienten aus Preis und Leistung eines Angebots betrachten. Für die Zuschlagsbewertung spielen sowohl die Notenskalen der Zuschlagskriterien als auch die Bewertungsmethode sowie die Gewichtung von Preis und Leistung immer eine Rolle und müssen zusammen betrachtet werden.

Um die optimale Zuschlagsformel, Gewichtung und Notenskala zur Bestimmung des wirtschaftlichsten Angebots zu finden, helfen das Seminar Wertungskriterien und Bewertungsmatrizen sowie das Buch Bewertungskriterien und -matrizen im Vergabeverfahren weiter.


Seminar Wertungskriterien und Bewertungsmatrizen

Das Seminar Wertungskriterien und Bewertungsmatrizen behandelt die Besonderheiten der Bewertungskriterien, Zuschlagskriterien, Bewertungssysteme und Notenskalen sowie  Bewertungsmatrizen in Vergabeverfahren und basiert auf dem Standardwerk zum Thema Bewertungssysteme im Vergaberecht (Bewertungskriterien und -matrizen im Vergabeverfahren). 

Insbesondere die Schulnotenrechtsprechung der letzten Monate (BGH Beschluss vom 04.04.2017 - X ZB 3/17; OLG Düsseldorf, Beschluss v. 08.03.2017, VII - Verg 39/16; OLG Dresden, Beschluss v. 26.1.2016 – Verg 1/16). und die daraus entstehenden Konsequenzen für die Vergabepraxis sind Thema im Seminar.

Seminartermine:
14.09.2017 in Stuttgart
21.09.2017 in Berlin
28.09.2017 in Köln
26.10.2017 in Darmstadt
14.12.2017 in Darmstadt



Inhalt
  • Welche Kriterien sind neben dem Preis möglich und erlaubt? 
  • Transparenzgebot 
  • Die richtigen Kriterien finden, Wirtschaftlichkeit der Angebote 
  • Ausschlusskriterien, Bewertungskriterien, 
  • Gewichtung von Kriterien 
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • einfache Richtwertmethode, erweiterte Richtwertmethode, gewichtete Richtwertmethode 
  • Mittelwertmethode, Medianmethode, Referenzwertmethode 
  • Interpolationsmethoden, Preisquotientenmethode
  • Vor- und Nachteile, Besonderheiten der verschiedenen Methoden, Störanfälligkeit und Stabilität der Methoden 
  • Erstellen von Bewertungsmatrizen, Notenskalen, Schulnotenrechtsprechung
  • Vermeiden von Komplexität, Analyse von Bewertungsmatrizen 
  • Auswertung mit Hilfe von Bewertungsmatrizen 
  • Rechtsprechung Beispiele und Tipps für die Praxis 













Die Buch- und Seminarreihe "Praxisratgeber Vergaberecht" versteht es, das Thema Vergaberecht aus dem Paragrafendschungel zu befreien und anschaulich und realitätsbezogen darzustellen. Wer den Praxisbezug dieses eher trockenen Themas sucht, findet ihn hier.

Die Vorteile der Seminarreihe Praxisratgeber Vergaberecht:
  • anschauliche und realitätsbezogene Darstellung
  • aktuelle Beispiele und Tipps aus der Praxis
  • kleine Gruppen mit maximal 10 Teilnehmern
  • Zeit für Ihre Fragen und Diskussionen
  • umfangreiche Seminarunterlagen als PDF

Weitere Informationen zum Seminar und die Möglichkeit zur Anmeldung:

http://praxisratgeber-vergaberecht.de/seminar-bewertungsmatrizen.html


Buch Bewertungskriterien und -matrizen im Vergaberecht



Thomas Ferber
Bewertungskriterien und -matrizen im Vergaberecht
ISBN: 978-3-8462-0471-9
458 Seiten (Hardcover)
79,00 Euro (inkl. MwSt)
Bundesanzeiger Verlag

Direkt beim Bundesanzeiger Verlag bestellen.








Literaturhinweise:
  1. Ferber. Lineare Interpolationsmethoden im Vergabeverfahren, (Arbeitspapier moch nicht veröffentlicht).
  2. Ferber, Mathematische Modelle zur Angebotswertung im Vergaberecht,  Wissenschaftliche Arbeit noch nicht veröffentlicht.  
  3. Ferber. Was sind eigentlich Alibi-Kriterien? (Arbeitspapier moch nicht veröffentlicht).
  4. Ferber. Die Unschärferelation und der Zuschlag, Vergabe Navigator 4/2017.
  5. Ferber in: Müller-Wrede, Malte (Hrsg.). VgV/UVgO-Kommentar (ISBN 978-3-8462-0556-3), 08/2017, § 58 Abs. 2 S. 1 VgV.
  6. Schäffer/Ferber. Zur (Un-)Zulässigkeit gängiger Wertungsmethoden, Vergabe Fokus 6/2016.
  7. Ferber. Vor- und Nachteile verschiedener Wertungssysteme, Vergabe Fokus 6/2016.
  8. Ferber. Welche Bewertungsmethode ist für die Praxis zu empfehlen, Vergabe Fokus 6/2016. 
  9. Ferber. Das Rätsel „Preis-Leistungs-Verhältnis", Vergabe Navigator, Sonderheft 2016.
  10. Ferber. Die Crux mit den Noten - Der Einfluss von Notenskalen auf das Zuschlagsergebnis. Vergabe Navigator, 6/2016. 
  11. Ferber. Was bedeutet „Preis-Leistungs-Verhältnis“ im Vergaberecht, blog.cosinex.de, 15.11.2016.  
  12. Ferber. Wertungskriterien und Bewertungsmatrizen in der zukünftigen Vergabepraxis. Infoline 2/2016, S. 24-26. 
  13. Ferber. Ein neuer Begriff von Wirtschaftlichkeit, Vergabe Navigator, Heft 3/2016, S. 5-10.
  14. Ferber. Zuschlagsbewertung in der Praxis. Vergabe Navigator, Sonderheft 2015, S. 25-29. 
  15. Ferber. Bewertungskriterien und -matrizen im Vergabeverfahren, (ISBN 978-3-8462-0471-9), 10/2015 Bundesanzeiger Verlag.




Dienstag, 11. Juli 2017

Die Unschärferelation und der Zuschlag

Der Aufsatz "Die Unschärferelation und der Zuschlag", der in der Juli-Ausgabe 4/2017 der Zeitschrift Vergabe Navigator erscheint, gibt einen Einblick, wie man durch die Anwendung von mathematischen Modellen die Zuschlagswertung im Vergaberecht beschreiben kann. Ziel ist, dadurch letztendlich zu einer objektiven Zuschlagsbewertung zu kommen.Mathematische Modelle können so Licht in die kontroverse Diskussion um die Themen Bewertungsmethoden und Notenskalen bringen.



Der etwas mathematischer gefasste Aufsatz benutzt die mathematischen Begriffe Definition, Theorem und Beweis, um einige wichtige Aussagen zur Zuschlagsbewertung zu treffen:
  • Eine Definition ist eine Erklärung der Bedeutung eines Begriffs. 
  • Ein Theorem ist eine mathematische Aussage, die als wahr bewiesen wurde. 
  • Ein mathematischer Beweis ist eine logisch vollständige Begründung einer mathematischen Aussage. 
 Der Aufsatz führt dann die folgenden Theoreme auf:

Theorem 1: Angebotspreisskalen
Die Anwendung von Ordinalskalen als Bewertungsmaßstab für die Angebotspreise führt zu einer Verzerrung bei der Zuschlagsbewertung. 

Theorem 2 
Die einfache Richtwertmethode (Quotient aus Leistungspunkten und Angebotspreis) weist im Allgemeinen ein nichtproportionales Verhalten auf, wenn die Leistung mittels ordinalen Skalen bewertet wird.

Theorem 3 (Unschärferelation)
Die Anwendung einer Ordinalskala führt immer zu einer Unschärfe. Die Unschärfe der ordinalen Notenskala ist umso größer, je weniger Punktestufen Anwendung finden.


Theorem 4:
Sind die Notenstufen bei einer ordinalen Skala nicht klar vorgegeben und kommt eine Notenskala mit nur wenigen Notenstufen zur Anwendung, dann ist das Zuschlagsergebnis bei der Angebotswertung steuerbar.

Theorem 5: Transparenz
Wird die Bewertungsmethode (Zuschlagsformel) sowie die Notenskala nicht vorab veröffentlicht, dann kann das Zuschlagsergebnis bei der Angebotswertung stark beeinflusst werden. 

Theorem 6: Gewichtung
Die Wahl der Notenskala hat einen Einfluss auf die effektive Gewichtung bei der Zuschlagsbewertung.

Referenzen

  1. Ferber, Mathematische Modelle zur Angebotswertung im Vergaberecht, Darmstadt 12/2017, Arbeitspapier noch nicht veröffentlicht.  
  2. Ferber. Was sind eigentlich Alibi-Kriterien? Vergabe Navigator 5/2017.
  3. Ferber. Die Unschärferelation und der Zuschlag, Vergabe Navigator 4/2017.
  4. Schäffer/Ferber. Zur (Un-)Zulässigkeit gängiger Wertungsmethoden, Vergabe Fokus 6/2016.
  5. Ferber. Vor- und Nachteile verschiedener Wertungssysteme, Vergabe Fokus 6/2016. 
  6. Ferber. Welche Bewertungsmethode ist für die Praxis zu empfehlen, Vergabe Fokus 6/2016. 
  7. Ferber. Das Rätsel „Preis-Leistungs- Verhältnis“, Vergabe Navigator, Sonderheft 2016. 
  8. Ferber. Die Crux mit den Noten - Der Einfluss von Notenskalen auf das Zuschlagsergebnis. Vergabe Navigator, 6/2016. 
  9. Ferber. Ein neuer Begriff von Wirtschaftlichkeit. Vergabe Navigator, 3/2016, S. 5-10. 
  10. Ferber. Wertungskriterien und Bewertungsmatrizen in der zukünftigen Vergabepraxis. Infoline 2/2016, S. 24-26. 
  11. Ferber. Zuschlagsbewertung in der Praxis. Vergabe Navigator, Sonderheft 2015, S. 25-29. 
  12. Ferber. Bewertungskriterien und -matrizen im Vergabeverfahren, (ISBN 978-3-8462- 0471-9), 10/2015 Bundesanzeiger Verlag. 

Sie können die Ausgabe 4/2017 des Vergabe Navigators direkt beim Bundesanzeiger Verlag bestellen oder beim Autor des Aufsatzes eine Kopie anfordern:
ferber@praxisratgeber-vergaberecht.de

Seminar Wertungskriterien und Bewertungsmatrizen 

Das Seminar Wertungskriterien und Bewertungsmatrizen behandelt die Besonderheiten der Bewertungskriterien, Zuschlagskriterien, Bewertungssysteme und Notenskalen sowie  Bewertungsmatrizen in Vergabeverfahren und basiert auf dem Standardwerk zum Thema Bewertungssysteme im Vergaberecht (Bewertungskriterien und -matrizen im Vergabeverfahren). 

Insbesondere die Schulnotenrechtsprechung der letzten Monate (BGH Beschluss vom 04.04.2017 - X ZB 3/17; OLG Düsseldorf, Beschluss v. 08.03.2017, VII - Verg 39/16; OLG Dresden, Beschluss v. 26.1.2016 – Verg 1/16). und die daraus entstehenden Konsequenzen für die Vergabepraxis sind Thema im Seminar.

Seminartermine:

14.09.2017 in Stuttgart
21.09.2017 in Berlin
28.09.2017 in Köln
26.10.2017 in Darmstadt
14.12.2017 in Darmstadt



Inhalt
  • Welche Kriterien sind neben dem Preis möglich und erlaubt? 
  • Transparenzgebot 
  • Die richtigen Kriterien finden, Wirtschaftlichkeit der Angebote 
  • Ausschlusskriterien, Bewertungskriterien, 
  • Gewichtung von Kriterien 
  • Preis-Leistungs-Verhältnis 
  • einfache Richtwertmethode, erweiterte Richtwertmethode, gewichtete Richtwertmethode 
  • Mittelwertmethode, Medianmethode, Referenzwertmethode 
  • Interpolationsmethoden, Preisquotientenmethode 
  • Vor- und Nachteile, Besonderheiten der verschiedenen Methoden, Störanfälligkeit und Stabilität der Methoden 
  • Erstellen von Bewertungsmatrizen, Notenskalen, Schulnotenrechtsprechung 
  • Vermeiden von Komplexität, Analyse von Bewertungsmatrizen 
  • Auswertung mit Hilfe von Bewertungsmatrizen 
  • Rechtsprechung Beispiele und Tipps für die Praxis 













Die Buch- und Seminarreihe "Praxisratgeber Vergaberecht" versteht es, das Thema Vergaberecht aus dem Paragrafendschungel zu befreien und anschaulich und realitätsbezogen darzustellen. Wer den Praxisbezug dieses eher trockenen Themas sucht, findet ihn hier.

Die Vorteile der Seminarreihe Praxisratgeber Vergaberecht:
  • anschauliche und realitätsbezogene Darstellung
  • aktuelle Beispiele und Tipps aus der Praxis
  • kleine Gruppen mit maximal 10 Teilnehmern
  • Zeit für Ihre Fragen und Diskussionen
  • umfangreiche Seminarunterlagen als PDF

Weitere Informationen zum Seminar und die Möglichkeit zur Anmeldung:

http://praxisratgeber-vergaberecht.de/seminar-bewertungsmatrizen.html


Buch Bewertungskriterien und -matrizen im Vergaberecht



Thomas Ferber
Bewertungskriterien und -matrizen im Vergaberecht
ISBN: 978-3-8462-0471-9
458 Seiten (Hardcover)
79,00 Euro (inkl. MwSt)
Bundesanzeiger Verlag

Direkt beim Bundesanzeiger Verlag bestellen.

Samstag, 17. Juni 2017

Schulnoten, Notenskalen und Bewertungsmethoden im Vergabeverfahren

Wie man mit mathematischen Modellen Licht in die kontroverse Diskussion zu den Themen Bewertungsmethoden und Notenskalen bekommt. 

Der Aufsatz "Die Unschärferelation und der Zuschlag", der in der Juli-Ausgabe 4/2017 der Zeitschrift Vergabe Navigator erscheint, gibt einen Einblick, wie man durch die Anwendung von mathematischen Modellen die Zuschlagswertung im Vergaberecht beschreiben kann. Ziel ist, dadurch letztendlich zu einer objektiven Zuschlagsbewertung zu kommen.Mathematische Modelle können so Licht in die kontroverse Diskussion um die Themen Bewertungsmethoden und Notenskalen bringen.

Würde man einen Wettbewerb im Bogenschießen, bei dem die Zielkreise erst eingesetzt werden, nachdem die Pfeile geschossen wurden als fair ansehen? Oder würde man einen Wettbewerb im Bogenschießen, bei dem die Zielkreise nur sehr unscharf durch Nebel fast verborgen sind als fair ansehen? Würden bei einem solchen Wettbewerb die Grundsätze von Transparenz, Gleichbehandlung und Wettbewerb gelten? Sicherlich nein!

Ein solcher Wettbewerb im Bogenschießen ist analog übertragbar auf ein Vergabeverfahren, bei dem die Angebote der Bieter die Pfeile sind und die Zielkreise die Zuschlagsbewertung. Umso mehr verwundert es, das immer wieder die Ansicht vertreten wird, dass die Bewertungsmethode (Zuschlagsformel) sowie die Notenskala nicht vorab veröffentlicht werden müssten und dass Notenskalen und Zuschlagsformeln keinen Einfluss auf das Zuschlagsergebnis hätten.

Mathematisches Modell zur Beschreibung der Zuschlagswertung

Ein mögliches mathematisches Modell zur Beschreibung der Zuschlagswertung basiert auf der Anwendung einer Notenskala und einer Zuschlagsfunktion.


  1. Die Anwendung einer Notenskala (Punkteskala) dient zur Beschreibung der Leistungsstärke der Angebote und ist eine mathematische Abbildung der realen Angebotsobjekte in ein numerisches System. 
  2. Die Zuschlagsformel (Bewertungsmethode), ermittelt aus den Angebotspreisen (bzw. einer Betrachtung der Gesamtkosten des Angebots in Euro und der Leistungsstärke (Qualität, Nachhaltigkeit, Innovation etc.) der Angebote in Leistungspunkten eine Kennzahl, welche die Wirtschaftlichkeit (Preis-Leistungs-Verhältnis) des Angebots repräsentiert. Die Zuschlagsformel (Bewertungsmethode) ist eine mathematische Abbildung von Angebotspreis (in Euro) und Leistungsstärke (in Punkten) auf eine Kennzahl.


Der etwas mathematischer gefasste Aufsatz benutzt die mathematischen Begriffe Definition, Theorem und Beweis, um einige wichtige Aussagen zur Zuschlagsbewertung zu treffen:
  • Eine Definition ist eine Erklärung der Bedeutung eines Begriffs. 
  • Ein Theorem ist eine mathematische Aussage, die als wahr bewiesen wurde. 
  • Ein mathematischer Beweis ist eine logisch vollständige Begründung einer mathematischen Aussage. 
 Der Aufsatz führt dann die folgenden Theoreme auf:

Theorem 1: Angebotspreisskalen
Die Anwendung von Ordinalskalen als Bewertungsmaßstab für die Angebotspreise führt zu einer Verzerrung bei der Zuschlagsbewertung.

Theorem 2
Die einfache Richtwertmethode (Quotient aus Leistungspunkten und Angebotspreis) weist im Allgemeinen ein nichtproportionales Verhalten auf, wenn die Leistung mittels ordinalen Skalen bewertet wird.

Theorem 3 (Unschärferelation)
Die Anwendung einer Ordinalskala führt immer zu einer Unschärfe. Die Unschärfe der ordinalen Notenskala ist umso größer, je weniger Punktestufen Anwendung finden.


Theorem 4:
Sind die Notenstufen bei einer ordinalen Skala nicht klar vorgegeben und kommt eine Notenskala mit nur wenigen Notenstufen zur Anwendung, dann ist das Zuschlagsergebnis bei der Angebotswertung steuerbar.

Theorem 5: Transparenz
Wird die Bewertungsmethode (Zuschlagsformel) sowie die Notenskala nicht vorab veröffentlicht, dann kann das Zuschlagsergebnis bei der Angebotswertung stark beeinflusst werden. 

Theorem 6: Gewichtung
Die Wahl der Notenskala hat einen Einfluss auf die effektive Gewichtung bei der Zuschlagsbewertung.

Referenzen

  1. Ferber, Mathematische Modelle zur Angebotswertung im Vergaberecht, Darmstadt 12/2017, Arbeitspapier noch nicht veröffentlicht.  
  2. Ferber. Die Unschärferelation und der Zuschlag, Vergabe Navigator 4/2017.
  3. Schäffer/Ferber. Zur (Un-)Zulässigkeit gängiger Wertungsmethoden, Vergabe Fokus 6/2016.
  4. Ferber. Vor- und Nachteile verschiedener Wertungssysteme, Vergabe Fokus 6/2016. 
  5. Ferber. Welche Bewertungsmethode ist für die Praxis zu empfehlen, Vergabe Fokus 6/2016. 
  6. Ferber. Das Rätsel „Preis-Leistungs- Verhältnis“, Vergabe Navigator, Sonderheft 2016. 
  7. Ferber. Die Crux mit den Noten - Der Einfluss von Notenskalen auf das Zuschlagsergebnis. Vergabe Navigator, 6/2016. 
  8. Ferber. Ein neuer Begriff von Wirtschaftlichkeit. Vergabe Navigator, 3/2016, S. 5-10. 
  9. Ferber. Wertungskriterien und Bewertungsmatrizen in der zukünftigen Vergabepraxis. Infoline 2/2016, S. 24-26. 
  10. Ferber. Zuschlagsbewertung in der Praxis. Vergabe Navigator, Sonderheft 2015, S. 25-29. 
  11. Ferber. Bewertungskriterien und -matrizen im Vergabeverfahren, (ISBN 978-3-8462- 0471-9), 10/2015 Bundesanzeiger Verlag. 

Sie können die Ausgabe 4/2017 des Vergabe Navigators direkt beim Bundesanzeiger Verlag bestellen oder beim Autor des Aufsatzes ein Preprint anfordern.

Seminar Wertungskriterien und Bewertungsmatrizen

Das Seminar Wertungskriterien und Bewertungsmatrizen behandelt die Besonderheiten der Bewertungskriterien, Zuschlagskriterien, Bewertungssysteme und Notenskalen sowie  Bewertungsmatrizen in Vergabeverfahren und basiert auf dem Standardwerk zum Thema Bewertungssysteme im Vergaberecht (Bewertungskriterien und -matrizen im Vergabeverfahren). 

Insbesondere die Schulnotenrechtsprechung der letzten Monate (BGH Beschluss vom 04.04.2017 - X ZB 3/17; OLG Düsseldorf, Beschluss v. 08.03.2017, VII - Verg 39/16; OLG Dresden, Beschluss v. 26.1.2016 – Verg 1/16). und die daraus entstehenden Konsequenzen für die Vergabepraxis sind Thema im Seminar.

Seminartermine:
22.06.2017 in Hamburg
29.06.2017 in Darmstadt
14.09.2017 in Stuttgart
21.09.2017 in Berlin
28.09.2017 in Köln
26.10.2017 in Darmstadt
14.12.2017 in Darmstadt



Inhalt
  • Welche Kriterien sind neben dem Preis möglich und erlaubt? 
  • Transparenzgebot 
  • Die richtigen Kriterien finden, Wirtschaftlichkeit der Angebote 
  • Ausschlusskriterien, Bewertungskriterien, 
  • Gewichtung von Kriterien 
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • einfache Richtwertmethode, erweiterte Richtwertmethode, gewichtete Richtwertmethode 
  • Mittelwertmethode, Medianmethode, Referenzwertmethode 
  • Interpolationsmethoden, Preisquotientenmethode
  • Vor- und Nachteile, Besonderheiten der verschiedenen Methoden, Störanfälligkeit und Stabilität der Methoden 
  • Erstellen von Bewertungsmatrizen, Notenskalen, Schulnotenrechtsprechung
  • Vermeiden von Komplexität, Analyse von Bewertungsmatrizen 
  • Auswertung mit Hilfe von Bewertungsmatrizen 
  • Rechtsprechung Beispiele und Tipps für die Praxis 













Die Buch- und Seminarreihe "Praxisratgeber Vergaberecht" versteht es, das Thema Vergaberecht aus dem Paragrafendschungel zu befreien und anschaulich und realitätsbezogen darzustellen. Wer den Praxisbezug dieses eher trockenen Themas sucht, findet ihn hier.

Die Vorteile der Seminarreihe Praxisratgeber Vergaberecht:
  • anschauliche und realitätsbezogene Darstellung
  • aktuelle Beispiele und Tipps aus der Praxis
  • kleine Gruppen mit maximal 10 Teilnehmern
  • Zeit für Ihre Fragen und Diskussionen
  • umfangreiche Seminarunterlagen als PDF

Weitere Informationen zum Seminar und die Möglichkeit zur Anmeldung:

http://praxisratgeber-vergaberecht.de/seminar-bewertungsmatrizen.html


Buch Bewertungskriterien und -matrizen im Vergaberecht



Thomas Ferber
Bewertungskriterien und -matrizen im Vergaberecht
ISBN: 978-3-8462-0471-9
458 Seiten (Hardcover)
79,00 Euro (inkl. MwSt)
Bundesanzeiger Verlag

Direkt beim Bundesanzeiger Verlag bestellen.

Dienstag, 13. Dezember 2016

Praxisfragen zum Thema Wertungssysteme bei Vergabeverfahren

Mit den Änderungen durch die Vergaberechtsreform erfolgt die Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebots auf der Grundlage des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Welche Auswirkungen dies auf die Wertung von Angeboten hat und weitere Fragen zum Thema Wertungssysteme bei Vergabeverfahren beantwortet der Beitrag "Praxisthemen im Fokus: Vor- und Nachteile verschiedener Wertungssysteme", der in  der Ausgabe 6/2016 der Zeitschrift VergabeFokus, S. 14-18 veröffentlicht wurde. 



Ein kostenloses Probeheft können Sie direkt beim Bundesanzeiger Verlag bestellen.


Montag, 14. November 2016

Vor- und Nachteile verschiedener Wertungssysteme in Vergabeverfahren

In der Ausgabe 6/2016 der Zeitschrift VergabeFokus beantworte ich häufig gestellte Fragen von Auftraggebern zum Thema „Wertungssysteme“. Des Weiteren findet sich im Heft 6/2016 eine kritische Entscheidungsbesprechung zum Beschluss (Z3-3-3194-1-28-07/16) der Vergabekammer Südbayern, die den Begriff des Preis-Leistungsverhältnisses sehr streng mathematisch als Quotienten aus dem Angebotspreis und der erreichten Leistungspunktzahl auslegt.

Vor- und Nachteile verschiedener Wertungssysteme


Frage 1: Mit den Änderungen durch die Vergaberechtsreform erfolgt die Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebots auf der Grundlage des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Der Gesetzgeber hat es aber zugelassen, dass weiterhin eine Zuschlagsentscheidung nur auf Basis des Angebotspreises möglich ist. Wie passt das zusammen?

Frage 2: Das Vergaberecht wird oft dafür kritisiert, dass man das billigste Angebot nehmen müsse, obwohl man weiß, dass dieses Angebot nicht das wirtschaftlichste ist, da es höhere Folgekosten generieren wird. Ist diese Kritik berechtigt?

Frage 3: Was muss man tun, um Leistung, Qualität und Nachhaltigkeit mitbewerten zu können, oder anders gefragt, welches Mehr an Leistung rechtfertigt welchen höheren Preis?

Frage 4: Führt das Ganze nicht zu einer viel zu starken Mathematisierung des Vergaberechts?

Frage 5: Warum kann man bei der Zuschlagsformel Kennzahl = Leistungspunkte/Angebotspreis bzw. Kennzahl = Angebotspreis/Leistungspunkte Leistung und Preis nicht unterschiedlich gewichten?

Frage 6: Kann eine solche Gewichtung nicht mit der erweiterten Richtwertmethode gemäß UfAB (Unterlage für Ausschreibung und Bewertung von IT-Leistungen) vorgenommen werden? Wenn die einfache Richtwertmethode immer gleich 50 % Leistung und 50 % Preis gewichtet, dann müsste doch eigentlich die erweiterte Richtwertmethode mit einem Schwankungsbereich von 10% und der Leistungspunktzahl als Entscheidungskriterium einer Gewichtung von 60% Leistung und 40% Preis entsprechen.

Frage 7: Mit welchen Bewertungsmethoden kann man denn eine unterschiedliche Gewichtung von Preis und Leistung praktikabel umsetzen?

Frage 8: Dürfen die Interpolationsmethode bzw. die Preisquotientenmethode überhaupt noch angewendet werden?

Frage 9: Wie kann man die Bewertungsverzerrungen bei den Notenskalen verhindern?

Frage 10: Ist denn eine Notenskala mit 15 Punkten überhaupt noch praktikabel für den Auftraggeber umsetzbar, wenn er für jeden Punktwert eine Beschreibung liefern muss?

Frage 11: Bei manchen Kriterien sind aber beim besten Willen keine 15 Punkteabstufungen möglich. Wie geht man damit um?

Die Antworten zu den Fragen finden Sie in der Ausgabe 6/2016 der Zeitschrift VergabeFokus.
Sie können direkt beim Bundesanzeiger Verlag ein kostenloses Probeheft bestellen.


Weitere detaillierte Antworten zu den Themen Preis-Leistungs-Verhältnis, Preis-Leistungs-Bewertung, Gewichtung von Kriterien, Bewertungsmatrizen und Notenskalen finden sich in den folgenden Aufsätzen und Büchern:
  1. Ferber in: Müller-Wrede, Malte (Hrsg.). VgV Kommentar (ISBN 978-3-8462-0556-3), 01/2017, § 58 Abs. 2 S. 1 VgV.
  2. Schäffer/Ferber. Zur (Un-)Zulässigkeit gängiger Wertungsmethoden, Vergabe Fokus 6/2016.
  3. Ferber. Vor- und Nachteile verschiedener Wertungssysteme, Vergabe Fokus 6/2016.
  4. Ferber. Das Rätsel „Preis-Leistungs-Verhältnis", Vergabe Navigator, Sonderheft 2016.
  5. Ferber. Die Crux mit den Noten - Der Einfluss von Notenskalen auf das Zuschlagsergebnis, Vergabe Navigator, Heft 6/2016.
  6. Ferber. Ein neuer Begriff von Wirtschaftlichkeit, Vergabe Navigator, Heft 3/2016, S. 5-10.
  7. Ferber. Bewertungskriterien und -matrizen im Vergabeverfahren, (ISBN 978-3-8462-0471-9), 10/2015 Bundesanzeiger Verlag.
  8.  Ferber. Zuschlagsbewertung in der Praxis, Vergabe Navigator, Sonderheft 2015, S. 25-29.

Montag, 31. Oktober 2016

Vergaberecht: Der Einfluss von Notenskalen auf das Zuschlagsergebnis

Immer wieder wird die Ansicht vertreten, dass die Wahl der Notenskala keinen bzw. nur einen geringen Einfluss auf die Zuschlagsentscheidung und auch keinen Einfluss auf die Angebotserstellung der Bieter habe.

Durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 14.7.2016 (Rs. C-6/15) fühlen sich viele darin bestärkt, dass eine Veröffentlichung der Notenskala nicht notwendig sei. Vor einer solchen Einschätzung ist jedoch zu warnen. Denn die Festlegung einer konkreten Notenskala hat in der Regel erheblichen Einfluss auf das Ergebnis des Vergabeverfahrens.

Der Aufsatz "Die Crux mit den Noten - Der Einfluss von Notenskalen auf das Zuschlagsergebnis", der in der Zeitschrift Vergabe Navigator 6/2016 erscheint, zeigt anhand von konkreten Beispielen, wie die Festlegung einer konkreten Notenskala in der Regel durchaus einen Einfluss auf die Gewichtung und letztendlich auf das Zuschlagsergebnis hat. Die Wahl und die Anwendung von Notenskalen wirken sich dabei wesentlich stärker auf das Zuschlagsergebnis aus, als allgemein geglaubt wird, so dass es auch bei Anwendung der einfachen Richtwertmethode zu einer Veränderung der Rangfolge bei der Zuschlagsbewertung und mithin zu einer Veränderung der fixen 50%/50%-Gewichtung kommen kann.